Diskrete Strukturen

Signum einer Permutation

Bestimmt das Vorzeichen sgn(π) = (−1)^(n−z) einer Permutation über ihre disjunkte Zykelzerlegung — gerade (+1) oder ungerade (−1).

Zweizeilen-Notation — π(i) unter jeder Position i.

π=\pi =
Gradn = 3

Erklärung

Motivation

Eine Permutation π\pi einer Menge {1,,n}\{1, \dots, n\} ist eine bijektive Abbildung dieser Menge auf sich selbst. Jede Permutation lässt sich als Produkt von Transpositionen (Vertauschungen zweier Elemente) schreiben — auf viele Arten, aber die Parität der Anzahl solcher Transpositionen ist eindeutig. Das Signum sgn(π){+1,1}\operatorname{sgn}(\pi) \in \{+1, -1\} fasst genau diese Parität zusammen: +1+1 für eine gerade, 1-1 für eine ungerade Permutation.

Das Signum ist allgegenwärtig: Es definiert die Determinante über die Leibniz-Formel, die alternierende Gruppe AnA_n (Kern der Signum-Abbildung) und das Vorzeichen in zahllosen kombinatorischen Identitäten.

Formale Definition

Schreibe π\pi in Einzeilen-Notation, also als Liste der Bilder (π(1),π(2),,π(n))\big(\pi(1), \pi(2), \dots, \pi(n)\big). Klassisch ist das Signum über die Fehlstände (Inversionen) definiert:

sgn(π)1i<jnπ(i)π(j)ij=(1)#{(i,j):i<j, π(i)>π(j)}.\operatorname{sgn}(\pi) \coloneqq \prod_{1 \le i < j \le n} \frac{\pi(i) - \pi(j)}{i - j} = (-1)^{\#\{(i,j)\,:\, i < j,\ \pi(i) > \pi(j)\}}.

Praktischer — und der Weg, den dieser Rechner geht — ist die Zykelzerlegung. Jede Permutation zerfällt eindeutig in disjunkte Zykel. Ist zz ihre Anzahl (Fixpunkte zählen als 1-Zykel), so gilt

sgn(π)=(1)nz.\operatorname{sgn}(\pi) = (-1)^{\,n - z}.

Der Exponent k=nzk = n - z ist die minimale Anzahl von Transpositionen, deren Produkt π\pi ergibt: Ein Zykel der Länge \ell ist ein Produkt von 1\ell - 1 Transpositionen, und die Längen aller Zykel summieren sich zu nn.

Durchgerechnetes Beispiel

Wir nehmen π=(2,1,3)\pi = (2, 1, 3) in Einzeilen-Notation — also π(1)=2\pi(1) = 2, π(2)=1\pi(2) = 1, π(3)=3\pi(3) = 3 (die Vorbelegung des Rechners oben).

Zykel finden. Start bei 11: 1211 \mapsto 2 \mapsto 1 schließt den Zykel (1 2)(1\ 2). Es bleibt 33: 333 \mapsto 3 ist der Fixpunkt (3)(3). Also

π=(1 2)(3),z=2.\pi = (1\ 2)(3), \qquad z = 2.

Signum berechnen. Mit n=3n = 3 und z=2z = 2:

sgn(π)=(1)nz=(1)32=(1)1=1.\operatorname{sgn}(\pi) = (-1)^{\,n - z} = (-1)^{\,3 - 2} = (-1)^{1} = -1.

π\pi ist also ungerade — was man auch direkt sieht: π=(1 2)\pi = (1\ 2) ist eine einzige Transposition.

Häufige Fehler

  • Fixpunkte vergessen: In zz zählen alle Zykel mit, auch 1-Zykel. Lässt man Fixpunkte weg, wird der Exponent nzn - z falsch.
  • Einzeilen- vs. Zykel-Notation verwechselt: (2,1,3)(2, 1, 3) als Einzeilen-Notation ist die Permutation mit π(1)=2\pi(1) = 2nicht der Zykel (2 1 3)(2\ 1\ 3).
  • Keine gültige Permutation: Jede Zahl 1,,n1, \dots, n muss genau einmal vorkommen. Doppelte oder fehlende Werte ergeben keine Permutation — der Rechner weist solche Eingaben ab.
  • Parität mit Wert verwechselt: Das Signum ist immer +1+1 oder 1-1, nie der Exponent selbst.